BVK Mitgliederversammlung 2013



Neuer Vorsitz bei den Kaninchenproduzenten

Am 14. November veranstaltete der Bundesverband Deutscher Kaninchenfleisch- und -wollerzeuger (BVK) seine Mitgliederversammlung. Der Leiter der Lehr- und Versuchsanstalt in Kitzingen, Dr. Klaus Damme, begrüßte die BVK-Mitglieder und Gäste. Dr. Damme stellte den Anwesenden im Rahmen einer Präsentation sehr anschaulich die Arbeit der Lehr- und Versuchsanstalt vor. Im Rahmen einer fachlichen Führung ging er gemeinsam mit Prof. Dr. Werner Bessei auf aktuelle Versuchsfragen zu Kaninchen ein. Dabei wurde betont, es sei wichtig, dass auch zukünftig produktionstechnische Fragen durch wissenschaftliche Studien analysiert werden. Nur so ist zu gewährleisten, dass sich neue Erkenntnisse auch in die Praxis übertragen lassen.

Neue Verordnung bewegt Gemüter

Erwartungsgemäß stand die Fünfte Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung so-wohl im Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden Jörg Porz als auch in der Diskussionsrunde im Mittelpunkt der Veranstaltung. Jörg Porz erläuterte umfassend die zahlreichen Aktivitäten des Verbandes bei der Entstehung dieser VO, die zur Zeit in Brüssel zur Notifizierung ausliegt. Wenn dann am Ende ein Rechtswerk verabschiedet wird, das in Teilen keine nachvollziehbare Orientierung an der praktischen Kaninchenhaltung bietet, war den Teilnehmern dennoch bewusst, dass diese VO nun auf jeden Fall Rechtssicherheit bietet. Dies wurde vom Verband seit Jahren angestrebt und mit Blick nach vorne müssen jetzt Lösungen gesucht werden, die Produktionsbedingungen auf die geforderten Rechtsinhalte abzustimmen. Sowohl Prof. Dr. Werner Bessei von der Uni Hohenheim als auch Abteilungspräsident Dr. Kurt Mezger vom Regierungspräsidium Stuttgart gingen in ihren Gastbeiträgen auf die Entwicklung hin zur VO ein. Beide unterstützen die Forderung der BVK-Mitglieder, dass es nun am Gesetzgeber sei, weitere Forschungsvorhaben zu unterstützen, um die Vorgaben auch praktikabel umsetzen zu können. Dabei wird es in einem ersten Antrag darum gehen, die in dieser VO festgeschriebenen Maße für die Bodenbeschaffenheit zu testen. Derzeit gibt es keine Haltungseinrichtung bzw. keinen Hersteller, der Böden liefert, die die in der VO geforderten Maße erfüllen. Folglich sollten die neuen Bedingungen in einem wissenschaftlichen Projekt geprüft werden. Ein erfolgreiches, nachvollziehbares Ergebnis wird dazu führen, dass sich auch die Hersteller auf veränderte Maße einstellen werden. Das größere Platzangebot für Kaninchen wird dazu führen, dass bei ein-etagiger Haltung deutlich weniger Tiere im umbauten Raum gehalten werden können. Hier wird die Frage interessant sein, ob bei zwei-etagiger Haltung insgesamt besser produziert werden könnte.

Im Ganzen zeigten sich die Mitglieder des BVK's eher positiv nach vorne schauend, wenngleich der behördliche Umgang bei der Entstehung der VO zuweilen zu Frustration geführt hatte.

Detlef Kreye leitet den Verband

Im Rahmen der Versammlung standen neben der Verabschiedung der Verbandsformalitäten auch Vorstandswahlen an. Der alte Vorsitzende Jörg Porz, Martinshöhe, stand für den Vorsitz aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Sein Amt erhielt mit einstimmigem Votum Detlef Kreye, Großenkneten. Jörg Porz wird ihm als stellvertretender Vorsitzender zur Seite stehen. Den Beirat im Vorstand bilden die Herren Josef Asam, Kissing, Manfred Bauer, Neuenstein-Lohe, Hans-Jürgen Lammers, Euskirchen, Harm Langediers, Neuenburg, und André Zimmermann, Abtsgmünd.

Der neue Vorsitzende bedankte sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und baut darauf, dass - egal wie beschwerlich das Gestern war, stets im Heute von neuem begonnen werden kann. Mit diesem positiven Ausblick in die Zukunft gehen die BVK Mitglieder daran, auch in Zukunft hochwertiges Qualitätsfleisch in der Bundesrepublik Deutschland zu erzeugen.

Dr. Werner Ziegler
15.11.13/wzi-mmo

Detlef Kreye aus Großenkneten (Niedersachsen) wurde einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt.
Prof. Dr. Werner Bessei erläutert die aktuelle Versuchsanlage für Kaninchen in Kitzingen.
Jörg Porz und Detlef Kreye in angeregter Diskussion zur Zukunft des BVK's